SSW Rechner

Du hast gerade erfahren, dass Du schwanger bist? Dann zuallererst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Dein Kinderwunsch wird Dir in Erfüllung gehen. Vermutlich wirst Du nun aber gerne wissen wollen, in welcher Schwangerschaftswoche (SSW) Du bist, damit Du genau mitverfolgen kannst, wie sich Dein Baby entwickelt. Wir zeigen und erklären Dir, wie Du die SSW ausrechnen kannst!

 

Die SSW berechnen – so geht’s

 

 

Eine zuverlässige Methode, um die aktuelle Schwangerschaftswoche zu berechnen, ist die sogenannte Naegele-Regel. Grundsätzlich dauert eine Schwangerschaft 266 Tage. Dazu kommen dann aber noch die Tage zwischen der letzten Menstruation und dem Eisprung. Da dies bei einem regelmäßigen Zyklus 14 Tage sind, dauert eine Schwangerschaft rein rechnerisch 280 Tage. Dies wiederum entspricht 40 Wochen oder 9 Monaten (bzw. 10 Monaten, wenn pro Monat 4 Wochen gerechnet werden). Gehst Du nun vom ersten Tag Deiner letzten Periode aus und addierst 40 Wochen oder 280 Tage dazu, kennst Du den ungefähren Geburtstermin Deines Babys.

Diese Rechnung funktioniert allerdings nur dann einigermaßen zuverlässig, wenn Dein Zyklus regelmäßig ist und 28 Tage dauert. Die besagte Naegele-Regel geht zwar auch vom ersten Tag Deiner letzten Periode aus. Allerdings berücksichtigt sie zusätzlich die Zykluslänge. Du kannst die SSW und den voraussichtlichen Geburtstermin mithilfe dieser Regel somit auch dann ausrechnen, wenn Dein Zyklus 35 oder 40 Tage dauert oder kürzer ist als 28 Tage.

Die Naegele-Regel lautet wie folgt:

Erster Tag Deiner letzten Periode – 3 Monate + 1 Jahr + 7 Tage = Geburtstermin

Dazu ein Beispiel. Angenommen, der erste Tag Deiner letzten Periode ist der 15.07.2014. Dann rechnest Du wie folgt:

  • 15.07.2014 – 3 Monate = 15.04.2014
  • 15.04.2014 + 1 Jahr = 15.04.2015
  • 15.04.2015 + 7 Tage = 22.04.2015
  • 22.04.2015 = voraussichtlicher Geburtstermin Deines Babys

Die Naegele-Regel kannst Du Dir auch noch einmal als Video anschauen:

Diese Beispielrechnung ist die grundlegende Vorgehensweise und geht von einer Zyklusdauer von 28 Tagen aus. Dauert Dein Zyklus länger, addierst Du die zusätzlichen Tage dazu. Dauert Dein Zyklus also beispielsweise 35 Tage und somit 7 Tage länger, wäre der voraussichtliche Geburtstermin Deines Babys der 29.04.2015. Ist Dein Zyklus kürzer, ziehst Du die entsprechende Anzahl an Tagen ab. Bei einer Zyklusdauer von 26 Tagen käme somit der 20.04.2015 als voraussichtlicher Termin für die Geburt heraus.

 

In welcher Woche bin ich?

 

Wenn Du die SSW und den Geburtstermin nicht selbst ausrechnen möchtest, findest Du im Internet zahlreiche SSW Rechner. Außerdem wird auch Dein Gynäkologe die aktuelle SSW berechnen und sie zusammen mit dem voraussichtlichen Entbindungstermin in Deinen Mutterpass eintragen. Nun kann es aber durchaus passieren, dass bei den Berechnungen unterschiedliche Ergebnisse rauskommen. So ist möglich, dass ein SSW Rechner als Ergebnis die 25. SSW anzeigt, während Du laut einem anderen Kalkulator erst in der 24. oder schon in der 26. SSW bist. Hierfür gibt es eine Erklärung. Je nach SSW Rechner werden nämlich entweder die vollendeten oder die nicht vollendeten Schwangerschaftswoche angegeben.

  • Vollendete SSW: Zeigt ein SSW Rechner als Ergebnis die vollendeten SSW an, lautet das Ergebnis beispielsweise SSW 25. Für Dich bedeutet das, dass Du 25 Wochen und eine bestimmte Anzahl an Tagen schwanger bist. Diese Schreibweise verwendet üblicherweise auch der Gynäkologe. Schreibt er beispielsweise 25 + 3, so dauert Deine Schwangerschaft aktuell 25 Wochen und 3 Tage an.
  • Nicht vollendete SSW: Zeigt ein SSW Rechner als Ergebnis die unvollendeten SSW an, lautet das Ergebnis beispielsweise 26. SSW. Du bist damit ebenfalls seit 25 Wochen und ein paar Tagen schwanger. Du hast also 25 SSW hinter Dir und befindest Dich aktuell in der 26. SSW.

SSW 25 ist somit dasselbe wie 26. SSW, beide Ergebnisse sind also richtig. Das mag jetzt verwirrend sein, ist aber letztlich einfach nur der Sprache geschuldet. Es ist genauso, wie wenn Du jemandem Dein Alter nennst. Wenn Du nämlich sagst, dass Du 30 Jahre alt bist, heißt das, dass Du 30 Jahre beendet hast. Gleichzeitig befindest Du Dich in Deinem 31. Lebensjahr. Oder anders: Wenn Dein Baby auf die Welt kommt, beginnt die Rechnung bei Null. Seinen ersten Geburtstag wird Dein Baby erst nach einem Jahr feiern. Dann ist es also ein Jahr lang auf der Welt und hat das erste Lebensjahr abgeschlossen. Gleichzeitig fängt am ersten Geburtstag das zweite Lebensjahr an.

Mama bist Du bereit für mich?

Bin ich bereit für mein Baby?

Warum Du Dich nicht auf Zahlen fixieren solltest

 

Um die Dauer der Schwangerschaft und damit auch den voraussichtlichen Geburtstermin berechnen zu können, spielt der erste Tag Deiner letzten Periode die entscheidende Rolle. An diesem Tag beginnt nämlich ein neuer Zyklus. Dabei entwickelt sich eine Eizelle und zwei Wochen später kommt es zum Eisprung. Eine Schwangerschaft kann erst jetzt eintreten, denn erst jetzt kann die Eizelle befruchtet werden. In den ersten beiden SSW, den Wochen zwischen Deiner Regelblutung und dem Eisprung, warst Du also eigentlich noch gar nicht schwanger. Zu diesem Zeitpunkt konnte auch noch niemand wissen, ob die Eizelle, die sich da gerade entwickelt, befruchtet werden wird oder ob nicht. Trotzdem sind diese beiden Wochen die ersten beiden SSW. Andererseits ist diese Berechnungsmethode auch wieder logisch: Die Entwicklung der Eizelle war schließlich Grundvoraussetzung für die Entstehung eines neuen Lebens. Deshalb ist hier auch der Ausgangspunkt für die Berechnung der Schwangerschaftswoche. Ob Du ein Baby erwartest oder mit Zwillingen schwanger bist und ob die Schwangerschaft natürlich zustande kam oder Ergebnis einer künstlichen Befruchtung ist, spielt dabei übrigens keine Rolle.

Generell solltest Du die ausgerechnete SSW und den voraussichtlichen Geburtstermin aber nur als eine Art Orientierungshilfe verstehen. Hebammen sagen in diesem Zusammenhang gerne: “Eine Schwangerschaft dauert so lange, wie sie dauert.“ Das heißt nichts anderes, als dass Deinem Baby irgendwelche Berechnungen ziemlich egal sein dürften. So werden gerade einmal 5% aller Kinder an dem errechneten Tag geboren. Gut 70% kommen in einem Zeitraum von zehn Tagen um den voraussichtlichen Geburtstermin herum zur Welt. Die übrigen Babys erblicken noch früher das Licht der Welt oder lassen sich deutlich länger Zeit. Dies ist ein Grund dafür, warum manche Gynäkologen gar kein konkretes Datum sagen. Dadurch möchten sie nämlich vermeiden, dass eine werdende Mutter nervös wird, wenn sich ihr Baby auch nicht an die Berechnungen hält. Zudem ist es gar nicht so selten, dass Dein Frauenarzt oder Deine Hebamme die aktuelle SSW und damit auch den Geburtstermin nach vorne oder hinten korrigieren wird. Nicht immer lässt sich der Eisprung nämlich genau bestimmen und jedes Baby entwickelt sich anders. Deshalb zeigt sich letztlich erst gegen Ende der Schwangerschaft, wann es soweit ist und Du Dein Baby in den Armen halten kannst.